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Toleranz

Warum schafft man es in anderen Ländern, mit Toleranz zum brisanten Thema Corona ein friedliches Miteinander zu gestalten? Von Bekannten ist die Frage zu hören, warum man hierzulande so einen enormen Druck zu spüren bekommt. Eine gute Frage. Denn kaum jemand macht sich die Mühe (Hinweis: ich rede nicht von Impfgegnern und Verschwörungstheorie !), tatsächliche Gründe von Nicht- oder nur Teilgeimpften zu erfragen und verstehen zu wollen. Geht es letztlich um Profit, der entgeht, wenn Quarantäne und Ausfall anstehen? Macht es ein Unternehmen in so einer Situation tatsächlich so viel ärmer? Oder wäre es nicht eine wunderschöne Geste, einen Heimarbeitsplatz zu erschaffen (falls möglich), damit sich diese Person und ihre Familie keine Sorgen machen muss? Meist kommt die Kritik und der Druck auch noch von den Menschen, die sich selbst nicht ganz so genau an die herrschenden Regeln halten wollen, aber mit dem berühmten Fingerzeig ganz vorn dabei sind. Dies gilt im Übrigen auch in Bezug auf Elternzeit, die mittlerweile zum Glück auch immer mehr Väter wahrnehmen möchten. Noch immer verpönt und nur bedingt gern gesehen, tun sich viele Arbeitgeber schwer mit ehrlicher Freude gegenüber jungen Eltern, die sich vielleicht mehr Zeit nehmen, als unsere Generationen zuvor es kennengelernt haben. Es finden sich viele Gegebenheiten im täglichen Miteinander, in denen einem nur noch Frust und Ärger entgegengebracht werden. Wie oft lässt man sich (auch ich) mit hineinziehen in all die vorherrschende Negativität. Wäre es nicht mal ein Anfang, mit Liebe und Verständnis den Alltag etwas leichter für alle zu machen? Es kann im Großen nicht sein, was im Kleinen nicht beginnt…

Ein guter Weg…

Mit freundlicher Genehmigung von Nathalie (Hinweis: keine bezahlte Werbung!):

Ich habe lange nachgedacht, über das Thema Alkohol zu schreiben. Aber ich folge auf Instagram Nathalie Stüben und bin von einem anderen Nutzer angeschrieben worden, ob ich Erfahrung mit dem Thema habe und ob ich Nathalie empfehlen könne. Nun zunächst einmal eine kurze Erklärung: ich bin als Verwandte indirekt betroffen (dieses Outing ist genehmigt), war in der Kindheit und Jugend aber beteiligt. Auch im Schul-, Arbeits- und Freundeskreis war das Thema nicht selten. Man sagt, dass auf einen Alkoholabhängigen mindestens zwei bis drei Co-Abhängige gezählt werden können. Vielleicht hast Du schon von Nathalie gehört, gesehen oder gelesen (RTL, ZDF, BR, Stern etc.). Nathalie Stüben ist eine junge Journalistin und trockene Alkoholikerin. Mit ihrem Programm (das Dich bis zur Abstinenz begleitet) wendet sie sich ausschließlich an direkt Betroffene. Aus diesem Grund kann ich zu ihrer Arbeitsweise nichts sagen. Allerdings verfolge ich sehr gern ihre Storys und Erfolgsgeschichten. Denn Nathalie hat einen Weg ohne Krankenhaus- und Kuraufenthalte gefunden. Ein Weg in 30 Tagen. Mit neuen und modernen Ansätzen. Sie ermutigt (auch wenn Du noch so viele Anläufe benötigst) und erklärt. Sie klärt auf zwischen Alkoholgenuss und Alkoholabhängigkeit. Und wie weit verbreitet diese oft unerkannte Sucht ist und in erster Linie Dich (aber auch andere) schleichend zerstört. Das ist nichts, wofür man sich schämen muss. Für das Hilfe suchen genauso wenig. Alles, was Du brauchst, ist Ehrlichkeit zu Dir selbst. Wenn Du meinst, dass Du Hilfe benötigst oder Dich einfach nur informieren möchtest, anbei ein paar Links:

Nathalie auf youtube:   https://www.youtube.com/channel/UCH5IVF_bYB48HeaUKJ8JShw

Interview mit Anwalt Frederick Brüning (Betroffener): https://www.youtube.com/watch?v=P4q_tSp_Tvw

Interview mit Marco (Betroffener) Alkohol und Fußball: https://www.youtube.com/watch?v=N07ZCH7gz-A

Internetseite und Programme von Nathalie: https://oamn.jetzt/

Quelle: https://oamn.jetzt/

 

 

T wie Sträter

Ich laufe über den Innenhof des Deutschen Museums und frage mich, ob die wunderschöne Uhr im Außenbereich des Gebäudes auch ein vernehmbares Glockenläuten von sich geben kann.  Sie kann, sie wird und sie tut. Das kündigt der Gastgeber Torsten Sträter wenige Minuten später zu Beginn seines fast zweistündigen und pausenlosen Programmes an. So, damit wären alle Fragen vorab beatwortet und ich kann mich voll und ganz auf den coolen Typen aus dem Ruhrpott konzentrieren. Und komme nicht aus dem Lachen raus, was auch meinen Gesichtsmuskeln nicht entgeht, die am Ende des Abends im oberen Wangenbereich schmerzen werden. Aber Vergnügungsschmerz ist immer herzlich willkommen. Wie auch der Verursacher. Wer kann, sollte sich den sympatischen und schlagfertigen Mann unbedingt ansehen. Ich tue das öfter und denke mir ein paar Tage später, dass ich ja noch nicht die Kombi Kurt Krömer und Torsten Sträter gesehen habe und hole das online nach. Bei “Chez Krömer” ist Torsten zu Gast. Beide bleiben lustig, aber sprechen ein ernstes Thema an: Depressionen. Schnell merkt man, wie sehr es beide Beteiligten emotional bewegt und auch mich als Zuschauer. Und jeden, der ebenfalls weiß, was das bedeutet. Depressionen können durch vielerlei Gründe entstehen. Durch erbliche Veranlagung, Stress, BurnOut, Trauma etc. Und es ist vor allem eins nicht: nur ein Frauenthema. Depressionen zeigen sich mitunter auf ganz verschiedene Weise, wie Niedergeschlagenheit, Krankheitssymptome, Panikattacken, Leere, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen usw. All diese Dinge werden gerade bei starken Menschen oft über einen enorm langen Zeitraum ausgehalten und teilweise verdrängt. Mit professioneller Hilfe können Depressionen meist sehr gut in den Griff bekommen und ein Weg mit dem Umgang und den Ursachen gefunden werden. Jeder, den dieses Thema direkt und auch indirekt betrifft, sollte sich auf gar keinen Fall scheuen, Hilfe zu suchen. Dies ist auch eine ganz klare An- und Aussage der Herren Krömer und Sträter. Hut ab vor dem Mut und der Ehrlichkeit. Anbei ein Link zur Sendung, wer mag…

https://www.youtube.com/watch?v=ZxL1lJnHJN

Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111

Info-Telefon Depression: 0800 – 33 44 5 3

Zum Abschluss ein Schnappschuss für schöne Gedanken…

oznorTO

 Bildqelle: A. Harz

Schule des Lebens

Mein Nachwuchs ist erwachsen und das Thema Schule liegt schon etwas hinter mir. Aber noch immer steigt in mir Würgereiz auf, wenn ich mitbekomme, wenn Eltern mit Lehrern und dem damit verbundenen System der schulischen Bildung in Konflikt geraten. Nicht, weil Noten vielleicht schlecht sind, sondern wenn Kinder anders sind. Lehrer kommen schnell an ihre Grenzen, wenn das Verhalten aus dem (gesellschaftlichen) Rahmen fällt. Und schnell sind auch die Schlagworte, wie ADHS, hyperaktiv, unerzogen, psychisch auffällig und bla bla bla die Hauptargumente im Austausch. Anfänglicher Dialog wird zu sturem Monolog. Es geht vorwiegend um Schuld, weniger um das Kind und Lösungen. In Frage werden Eltern gestellt, nicht das System, nicht die eigene Kompetenz, nicht die alltägliche uns alle betreffende Entwicklung. Dass diese in schulischen Einrichtungen nicht individuell und talentbezogen sein darf, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch der Zeit- und Leistungsfaktor steht bei Höher-besser-weiter-nicht aus-dem-Rahmen-fallen-geht-immer. Läge er im gesunden Maße, dann wäre Zeit für Hinterfragen, Toleranz, Mitgefühl und Verstehenwollen. Woraus sich wiederum ein wirkliches Miteinander und soziale Empathie entwicklen könnte. Nicht nur bei Lehrern sondern auch bei anderen Eltern, die teilweise auf die Betroffenen zusätzlich einhauen. Die Zeilen hier richten sich nicht gegen Lehrer. Schule ist ein bereits seit Jahren kränkelndes System, in dem vor allem die Erfahrung im menschlichen Umgang fehlt. Ist Schule nur ein Haus, in dem Zahlen, Fakten, chemische Formeln, literarische Werke in ein paar Gehirnzellen eingetrichtert werden? Man überlege sich den Zeitraum einer schulischen Laufbahn von ca. einer Dekade und das bis zu acht Stunden am Tag. Eine Zeit, in der Eltern keinen Einfluss auf ihre Kinder haben können. Natürlich obliegt die Erziehung ihrer Kinder noch immer Mutter und Vater. Doch Schule trägt aufgrund der Zeit doch einen erheblichen Anteil an der Entwicklung eines Kindes. Ist es da wirklich richtig, die alleinige Verantwortung vor allem im sozialen Bereich auf Eltern zu schieben??? Hier ist doch wohl dringend ein Umdenken erforderlich.